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Lage und
Örtlichkeit Phaselis
liegt ca. 53 km südwestlich von Antalya. Von
Antalya kommend, halten Sie sich auf der Nationalstraße
D400 Richtung Kemer
/ Kimluca. Etwa 10 km nach der Ortschaft Kiriş befindet
sich eine gut ausgeschilderte Zufahrt. (Braunes Schild,
links ab) Nach 2 km asphaltierter Straße erreichen Sie
den Parkplatz an den Resten des Aquäduktes von Phaselis.
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An
der großen Abfahrt nach Belek, 10 km nach Serik |
Der Weg nach Sillyon
ist mehr oder weniger gut ausgeschildert. Man kann sich
aber gut an dem ca. 200 m hohen, weithin
sichtbaren Tafelberg orientieren.
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Der Tafelberg von Sillyon von der D 400 aus
gesehen |
22 km vor Antalya führt
eine weitere Straße nach Sillyon. Fahren Sie anfangs Richtung Abdurrahmanlar bzw. Gebitz und folgen Sie dann
der Beschilderung.
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An
der großen Abfahrt nach Belek, 10 km nach Serik |
Auffallend sind die durch Erdrutsche und
Erdbeben verursachten Abstürze an den Rändern des
Berges. Durch die steil abfallenden Ränder es
elliptischen Plateaus waren die Bauten auf ihm von
Norden, Osten und Süden her verhältnismäßig gut
geschützt. Auf der westlichen, teilweise recht steil
ansteigenden Seite des Tafelberges wurden massive
Bollwerke und Bastionen errichtet.
Eine Besichtigung des
Stadtgebietes ist trotz des steinigen und mit Geröll und
Gestrüpp bedeckten Untergrundes durchgehend möglich. Sie
sollte allerdings nur mit angepasster Kleidung und
festem Schuhwerk durchgeführt werden. Eine gute
Kondition ist vorteilhaft. Bei
großer Hitze ist von einer Besichtigung abzuraten.
Vorsicht im ungesicherten Gelände, die Stadt ist
archäologisch größtenteils noch nicht ausgegraben.
Der Eintritt ist eigentlich frei,
gelegentlich taucht aber ein Wächter auf und verlangt
ein geringes Eintrittsgeld.
Geschichte der Stadt Man weiß aus der
Geschichte recht wenig über
die Stadt. Die Überreste der Stadt aus den verschiedenen
Epochen dokumentieren aber eine Jahrtausende währende
Geschichte.
Sillyon wurde
wahrscheinlich vor etwa 3000 Jahren gegründet. Nach den
Trojanischen Krieg hatten sich Teile des griechischen
Heeres verselbstständigt und gründeten überall im
östlichen Mittelmeer Siedlungen, so auch die Städte
Aspendos und das in Sichtweite liegende Perge. In einer Überlieferung
wird berichtet, der sagenumwobene Seher Mopsos sei an
der Gründung der Stadt beteiligt gewesen.
Erste
Erwähnung fand Sillyon in den Schriften des Geographen
Skylax im vierten Jahrhundert vor Christus. Alexander
der Große marschierte im Jahre 333 v. Chr. in Sillyon
ein und stationierte dort wichtige Truppenteile. Später
wurde die Stadt zur Verteidigung massiv ausgebaut. In
der wechselvollen Geschichte der Stadt erlebte sie immer
wieder Blütezeiten. In Sichtweite zum Meer und dem nahen
Perge muß die Stadt von erheblicher strategischer
Bedeutung gewesen sein. Sie gehörte neben Aspendos,
Perge und Attaleia (heute Antalya) zu den wichtigsten
Städten Pamphyliens. Funde weisen auf den Beginn der
Münzprägung im 3. Jahrhundert v. Chr. hin. Aus römischer
Zeit ist nicht viel über die Stadt überliefert. In
Byzantinischer Zeit wurde Sillyon Bischofssitz. Aus der
seldschukischen Periode
(1038–1194 n. Chr.) sind auf dem Plateau Gebäudereste
und eine kleine Moschee erhalten. Die Stadt wurde ab dem
13. bis 14. Jahrhundert n. Chr. gänzlich verlassen und
verfiel langsam. Die Bewohner wanderten hauptsächlich
nach Perge und in das besser befestigte Attaleia
(Antalya) ab.
Besichtigung Vom Parkplatz am Silyon Cafe
aus, führt ein anfangs wenig steiler Weg zum ehemaligen
Stadion, (4) dessen Grundriss noch zu erkennen ist.
Darüber erhebt sich die Ruine des einstigen Gymnasiums
(3). Etwa auf gleicher Höhe, weiter rechts, befindet
sich das untere Stadttor, (1) welches ähnlich dem in
Perge hufeisenförmig aufgebaut ist und rechts und links
über zwei Wachtürme verfügte. Hier begann auch die
Stadtmauer, die nach links bis zum einstigen Wehrturm
(5) reichte. Von diesem Turm an führte eine fünf Meter
breite Rampe (7) zum oberen Stadttor (16). Diese Rampe
muss zu damaliger Zeit ein imposantes Bauwerk gewesen
sein. Ohne diese Rampe wäre ein Erreichen des Plateaus
mit Pferdefuhrwerken oder schweren Lasten nicht möglich
gewesen.
Auf dem
Plateau sind noch gut die Reste der einstigen Bebauung,
teils aus hellenistischer Zeit ausmachen. Römische
Bauten, wie wir sie von den anderen antiken Städten her
kennen, fehlen in Sillyon fast vollständig. Selbst das
nur noch teilweise erhaltene Theater (9) und das ebenso
fast völlig verschwundene Odeon (10) sind
hellenistischen Ursprungs. Aus byzantinischer Zeit
stammt eine dreischiffige Kirche (13), an deren
Türpfosten Inschriften mit griechischen Buchstaben ein
bisher nicht entzifferter Text gemeißelt wurde. Diese
Inschrift wird als der lange gesuchte Beweis dafür
gewertet, dass Pamphylien einst eine eigene Sprache
besaß.
Das
Theater Das Theater (9) befindet sich
am Südrand des Plateaus. Ein Erdbeben im Jahr 1969 hatte
das gesamte Bühnenhaus wie auch das nebenan liegende
Odeon ( 10) in die Tiefe gerissen. Lediglich Reste von 7
der 15 einstigen Sitzreihen blieben erhalten. Das Odeon
verschwand fast völlig in der Tiefe. Wenn man sich heute
auf die verbleibende Stufen des Theaters setzt, könnte
man den Eindruck gewinnen, als seien diese zum
Betrachten des Sonnenaufgangs geschaffen worden. Das
Ereignis muß spektakulär sein, denn zu Füßen liegt die
weite Ebene der pamphylischen Landschaft.
Die
Wasserversorgung Die Wasserversorgung der
Stadt wurde durch das Auffangen von Regenwasser in Zisternen (11)
aufrechterhalten. Allein hierdurch regulierte sich
zwangsläufig die Zahl der Bewohner der Akropolis (Obere
Stadt), auch wenn in Friedenszeiten Wagen mit großen
Tonkrügen beladen zur Wasserversorgung beigetragen haben
dürften. |